TG 1892 BOPPARD e.V.

Mach mit - bleib fit!

Ein Wochenende begleitet von Stirnrunzeln und Freudentränen.

Bei aller Euphorie über den Saisonverlauf der verschiedenen Mannschaften, wobei besonders die 1. Mannschaft hervorzuheben ist, da sie mit überraschenden Ergebnissen aufwartete, die so im Vorfeld absolut nicht zu erwarten gewesen waren. Doch ausgerechnet das „Flaggschiff“ der Abteilung gibt verstärkt Anlass zu Sorge. Wie sich die interessierte Leserschar erinnern wird, endeten die letzten vier Begegnungen mit 9:7, 8:8, 7:9 und 9:7. alles hauchdünn, alles, sportlich gesehen, ganz vorzüglich, doch die Art, wie diese Ergebnisse zustande kamen, produziert selbst bei wohlwollenden Fachleuten für zwischenmenschliche Verhaltensweisen heftiges Stirnrunzeln und lässt Fragen offen. Besitzt die Mannschaft eine Neigung zu sadistischen wie auch masoschistichen Auftritten während der sportlichen Begegnungen? Einiges lässt darauf schließen, denn oftmals führt sie hoch, sehr zum Leidwesen ihres Gegenüber, genießt selbst den momentanen Spielstand – um sich dann doch noch überholen zu lassen. Oder sie liegt deutlich zurück, die Konkurrenz jubelt – und wird anschließend von der Mannschaft des „Flaggschiffes“ niedergerungen. Dieses Freude -Schmerz – Erlebnis, dabei manchmal in exzessiver Form, gab es jetzt schon mehrfach und lässt das „Unentschieden“ gegen Reich/ Michelbach fast schon wie einen ersten „Therapieerfolg“ aussehen. Unbestätigte Gerüchte behaupten sogar „...die machen das extra...“
Solche Überlegungen standen also mit im Raum, als die 1. Mannschaft in heimischer Halle auf den TTC Hungenroth traf. Ganz nebenbei: die Situation in der 2. Bezirksliga ist zur Zeit so komprimiert, dass in einem Spieltag fast die gesamte Tabelle auf den Kopf gestellt werden kann. Nur vier Punkte trennen den „Zweiten“ vom Tabellenachten,- da hält die gesamte Liga nach jedem Wochenende den Atem an. Allein der TuS Briedel ist davon unberührt,- sein Vorsprung ist schon zu groß. Aber hinter ihm beginnt jetzt schon das große Hauen und Stechen, denn das „Abstiegsgespenst“ schwebt ununterbrochen über dieser Spielklasse – und schafft damit natürlich zusätzlichen Zündstoff.
Zur Beruhigung der Atmosphäre hatten die Gastgeber vom Rhein gut vorgesorgt: Die Halle war angenehm temperiert, Fleischwurst, Brötchen und Getränke lagen und standen zum Verzehr bereit – die Signale für einen genussreichen Abend standen somit alle auf „Grün.“
Die Bopparder griffen als Erste beherzt zu, nachdem die Partie eröffnet worden war. Sämtliche Eingangsdoppel wurden von ihnen gewonnen, und Jens Bröder/Maximilian Ziegler, Oliver Querbach/Jörg Spitzley wie auch Mike Steinert/Timo Huhn ließen ihrer Freude darüber freien Lauf. „Olli“ Querbach wurde von dieser „Siegeswelle“ mitgerissen und gewann zum 4:0. „Hallo, was geht denn hier ab...“ „Maxi“ Ziegler versuchte mit seinem 4:1 die Gemüter etwas zu beruhigen – doch es war vergeblich: Jens Bröder und auch Mike Steinert vergrößerten den Vorsprung auf 6:1. „Hoffentlich geht das gut“ oder „wie lange hält die „Woge der Euphorie“ noch an...“- diese Fragen stellten sich die vielen abgehärteten Zuschauer in der Halle, „wir haben ja da so unsere Erfahrungen…! Und kaum daran erinnert, „bumm“, die „Gezeitenwende.“ Der TTC Hungenroth kämpfte sich eindrucksvoll zurück und ließ mit vier Einzelsiegen hintereinander den Vorsprung auf 6:5 schrumpfen. „Nein, nicht schon wieder...“ - man sah an den Gesichtszügen der Akteure wie auch der fachkundigen Zuschauer, wie sehr sie dieser Spielverlauf leiden ließ. „Jungs, haltet durch und bringt die zwei Punkte noch nach Hause.“ Die Anfeuerung tat gut und wurde von Jens Bröder und Mike Steinert direkt in Einzelerfolge umgesetzt. 8:5,“ wenigstens ein „Remis“ haben wir schon...“, die Erwartungen der „Flaggschiff – Besatzung“ waren deutlich kleiner geworden, - dafür stieg die Pulsfrequenz um so höher! Timo Huhn unterlag zum 6:8 – und im Schlussdoppel, das drohend mittlerweile begonnen hatte, sah es nach zwei Sätzen schlecht aus. Doch Jörg Spitzley war nervenstark genug um in seinem letzten Einzel den erlösenden Schlusspunkt zum 9:6 – Gesamtsieg zu sichern. „Aber irgendwann sollte die Mannschaft wirklich mal etwas fürsorglicher mit sich und ihren Anhängern umgehen. Das tut ja richtig weh...“ Der neutrale Spielbeobachter stellt fest: Zweiter Tabellenplatz behauptet und dafür verdiente Anerkennung.
Den Übergang in die 2. Kreisklasse zu finden fällt schwer. Denn hier bemüht sich Boppard IV als Tabellenletzter verzweifelt um einen ersten doppelten Punktgewinn. Ein „Unentschieden“ konnte in der Gymnastikhalle der Grundschule bisher erstritten werden,- danach gab es in den folgenden Auswärtsspielen nur deftige Niederlagen. Doch die Mannschaft ist neu aufgestellt und tritt immer wieder voller Elan an die Tische – bisher jedoch mit überschaubarem Erfolg.
Am Samstag war es der TTC Hungenroth, der als Herausforderer in die Gymnastikhalle der Grundschule trat. Nominell zu stark für die „Recken vom Rhein“, sie stehen in der Tabelle weit oben, doch er kam mit Ersatz. Ob die Gastgeber davon profitieren könnten, würde sich erst im weiteren Verlauf des Abends herausstellen.
Tatsächlich begann dieser Abend mit einer kleinen Sensation; stand es doch nach Beendigung der Eröffnungsdoppel 3:0 für die TG Boppard IV. Peter Bernardy/Michael Schwertel, Wolfgang Löser/ Timo Weihrauch und auch Florian Bernardy/ Sebastian Reinhard, sie alle hatten für diesen Zwischenstand gesorgt. Es war wunderschön! Peter Bernardy gewann sein Einzel im oberen Paarkreuz zum 4:0, wobei die Freude darüber nur kurz getrübt wurde, als Wolfgang Löser unterlegen war.( 4:1). Anschließend folgten nämlich die beiden Auseinandersetzungen im „mittleren Paarkreuz“, in dem die TG durch Michael Schwertel und Florian Bernardy ebenfalls die Oberhand behielt und die sich nach dem 6:1 erstmals gelassener auf der Bank wiederfanden. Doch nach den schmerzhaften Erfahrungen der vergangenen Wochen wollte noch keine größere Begeisterung aufkommen – und das war auch gut so. Denn... die folgenden drei Begegnungen wurden nämlich alle von den Hungenrothern gewonnen. 6:4 hieß es nur noch, und erst Wolfgang Löser gab mit seinem Sieg das Signal zur „Schlussoffensive.“ Die wurde von Michael Schwertel und Florian Bernardy wortgetreu in die Tat umgesetzt und dann war die Überraschung komplett: Die TG Boppard IV gewann ihr erstes Spiel mit 9:4. Da schämte sich mancher seiner Tränen nicht! Zahlenmäßig betrachtet hat sich dadurch nicht viel verändert, die Mannschaft steht weiterhin am Schluss der Tabelle, ist aber etwas näher aufgerückt. Doch für die Moral war der Abend wie ein Hauptgewinn. Jeder konnte seinen Teil zu diesem Sieg beitragen – und das tut so gut.

 

TG Boppard 1892 e.V. 
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